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Die im Marmor verborgene ausdrucksvolle Kraft überrascht immer wieder, und bei der Betrachtung der beiden Kanzeln, die das Hauptschiff schmücken, ist man beeindruckt von der exzellenten Qualität der Reliefs, die man dort bewundern kann.

Die beiden Kanzeln entspringen einem Projekt des Architekten Luigi Voghera zwischen 1813 und 1817 und bewahren einige der kostbarsten Zeugnisse der Skulptur der Renaissance im lombardischen Gebiet: die acht Fliese, die die Episoden des Martyriums die Heiligen Mario, Marta, Audiface und Abacone darstellen. Auf der linken Kanzel: Die Märtyrer vor dem Kaiser, die Verurteilung, die Geißelung, der Scheiterhaufen. Auf der rechten Kanzel: das Abschlagen der Hände, die Enthauptung von Mario, Audiface und Abacone, die auf den Scheiterhaufen geworfenen Leichen, das Martyrium von Marta. Eine Gruppe von Reliefs im weißen Marmor aus Carrara, die zusammen mit vier kleinen Säulen und einigen dekorativen Elementen im Jahre 1805 durch die Kirchenfabrik der Kathedrale von den Erben der Familie Meli erworben wurden und aus der „Arca dei Martiri persiani” (das Grabmal der persischen Märtyrer) stammen, welche in San Lorenzo gewesen war: eines der emblematischsten Grabmäler der lombardischen Renaissance. Mit dem Grabmal war 1479 der Mailänder Bildhauer Giovanni Antonio Piatti vom Abt des Benediktinerklosters von San Lorenzo, Antonio Meli, beauftragt worden, der sie bis Ostern 1481 fertigstellen sollte; sie wurde aber in Wirklichkeit von einem anderen Bildhauer vollendet: Giovanni Antonio Amadeo. Nachdem nämlich sowohl Meli (im August 1479) als auch Piatti (im Februar 1480) verstorben waren, übernimmt Amadeo den Auftrag, das Werk zu Ende zu führen und sogar zu unterzeichnen, womit er sich jeden Verdienst und alle Mühe zuschreibt, und somit für sich selbst auch einen neuen Weg für künftige bedeutende Aufträge in Cremona bahnt

 

Die Zuschreibung der zauberhaften Fliesen ist, aufgrund des Wechsels der Künstler, die sich damit beschäftigen,

von seither kontrovers; der Stil der Reliefs scheint aber vom Piatti zu sein, sowohl was den rigorosen Strich der Zeichnung betrifft als den charakteristischen perspektivischen Stil, von dem Piatti ein unumstrittener Pionier ist, und den geometrischen und fast “Papier-”Effekt der Faltenwürfe; Elemente, die insgesamt nur wenig an die ausdrucksvolle Weise des Amadeo erinnern, dessen Kompositionen reich an rezitativischem Pathos sind. Piatti hat also die acht Fliesen in der wenn auch kurzen Zeit vor seinem Ableben schon angelegt und auch andere Skulpturen ausgeführt, die den dekorativen Apparat des Grabmals bilden, unter denen sich eine Muttergottes mit Kind befindet (die sogenannte “Madonna Foulc”, jetzt im Philadelphia Museum of Art), ein heiliger Benedikt und ein heiliger Lorenz (jetzt im Sarasota, John & Mable Ringling Museum of Art).

Amadeo beschäftigt sich jetzt in Zusammenarbeit mit seiner Werkstatt, mit der endgültigen Anpassung der Reliefs und mit der Aufstellung des Grabmals, aber seine listige Aneignung der ganzen Arbeit, ohne die Verdienste des berühmten Kollegen anzuerkennen, gewinnen ihm eindrucksvolle Aufträge wie die Ausführung der Grabmäler des heiligen Imerio und des heiligen Arealdo, beide beendet im Jahre 1484. Von der ersten können wir heute noch das herrliche „Bild“ – als einziges Element, das noch existiert -, das jetzt in die Wand des Eingangs zum Altarraum, zum südlichen Transept hin, eingemauert ist und den heiligen Imerio darstellt, während er Almosen verteilt: Ein Werk, das die ganze Reife eines Künstlers zeigt, der es gewusst hat, zur höchsten Ausdruckskraft zu bringen, was er von einem Meister wie Piatti in sich aufnehmen konnte, in einem Relief, in dem die perspektivische Ausstattung und der Kompositionskomplex ein außerordentliches Niveau erreichen. Von dem Grabmal des heiligen Arealdo bewundern wir noch, in der Krypta, ein Flies in der Mitte der vorderen Seite des Grabmals der Heiligen Marcellino und Pietro, das den „Ecce Homo“ darstellt und weitere vier Fliese, die in die Wand der Rückfassade des nördlichen Transepts eingemauert sind (Christus an der Säule, Noli me tangere, der heilige Franziskus mit den Stigmata, der heilige büßende Hieronymus).

Steine, die Künstler von unbestreitbarem Wert fähig waren zu behauen und zu polieren, indem sie deren verborgene Seele suchten und zum Vorschein brachten, und Werke von außerordentlichem Wert, deren blendendweiße und reine Schönheit wie der Marmor, aus dem sie geschaffen wurden, keinen Untergang kennt.

 

Fra i tesori di alta oreficeria presenti in Cattedrale, la Grande Croce è il capolavoro dell’Oreficeria Lombarda del Quattrocento più rappresentativo, per struttura architettonica e dimensioni. Voluta dai Massari della Fabbrica della Cattedrale come arredo dell’altare maggiore per le principali Solennità dell’Anno liturgico, la croce, è opera degli orafi Ambrogio Pozzi di Milano ed Agostino Sacchi, cremonese. Alta circa tre metri e realizzata in argento, oro, smalti al cobalto e lapislazzuli tra il 1470 e il 1478, è costituita dal raffinato assemblaggio di oltre mille pezzi e presenta una vera e propria folla di ben 160 statue tra piccole e grandi, con 50 busti di Santi.  

In una lettura che non si limita all’apprezzamento stilistico, la Grande Croce rivela una reale esaltazione del Mistero della Redenzione che ogni giorno si rinnova sull’altare e dunque ecco che, oltre il Calvario propriamente detto (il Crocifisso affiancato dalla Vergine e dall’Apostolo San Giovanni), vi ammiriamo il suo primo germe nel Mistero dell’Incarnazione (l’Eterno Padre, l’Annunciata e l’Arcangelo Gabriele, nelle edicole ottagonali), i suoi Profeti vaticinatori (Davide; Isaia; Geremia; Ezechiele; Daniele; Zaccaria), gli Evangelisti suoi descrittori (Matteo; Marco; Luca; Giovanni), i suoi simboli più noti (il Pellicano; l’albero della vita), fino al trionfo finale del Cristo risorto in vetta. Nella corona dei Santi incontriamo sia i cremonesi Omobono, Imerio, Marcellino e Pietro esorcista sia i milanesi Ambrogio, Babila, Vittore, Arealdo, oltre a moltissimi altri. Al centro, sul retro dell’opera, è presente la Vergine Assunta a cui è dedicata la Cattedrale.

La base monumentale, in argento, dorato in alcune parti e lapislazzuli è opera settecentesca (1775) eseguita dall’argentiere Giuseppe Berselli su disegno dell’architetto Giovanni B. Manfredini, entrambi cremonesi ed è ornata dalle statue personificazione delle Virtù e da una corona di otto angioletti dolenti che reggono gli strumenti della Passione.

Un raffinato esempio di arte orafa che davvero stupisce per imponenza e raffinatezza al contempo.